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Michael Gilcher[0650]

Biografie

Instrument Trompete, Klarinette

Reisen

Reisen u.a. in die Schweiz, nach Frankreich, Spanien, England, Westindische Inseln, Australien, Schottland, USA

weitere Informationen

Michel Gilcher soll ein guter Freund von Hubertus Kilian [1380] gewesen sein. Zusammen reisten die beiden nach Frankreich und 1845/46 nach Spanien (Bilbao), wo sie dann Jakob (oder Philipp) Konrad [1610] zurückließen (siehe bei H. Kilian bzw. in "Anekdoten und Geschichten"). Auch ansonsten soll er die gleichen Reisen wie Kilian unternommen haben. 

Nach einer Saison in Genf 1855 war er mehrere Jahre Mitglied einer Kapelle, die im Süden Frankreichs spielte. Danach war er kurze Zeit in Nordspanien unterwegs. In den 60er und 70er Jahren des 19. Jahrhunderts bereiste Gilcher England. Von Southampton in England soll er mit seiner Kapelle mehrmals auf den Dampfschiffen, die nach West-Indien pendelten, unterwegs gewesen sein. Von England aus fuhr er auch nach Melbourne in Australien und besuchte von dort aus die Siedler der Region. Später zog es ihn nach Schottland, wo ihn George B. Gardiner in den 1870er Jahren in Edinburgh hörte und sah.

Nach Informationen seines Urenkels William "Bill" Gilcher soll Michael Gilcher 1873 als "Bandmaster" nach Liverpool/England und von dort am 05. April 1873 auf dem Schiff "Java" weiter nach New York gereist sein, wo er am 16. April 1873 mit seiner ganzen Kapelle, bestehend aus Jacob Werner (31 Jahre alt), Jacob Wirth (36), Peter Kohl (26), Johannes Bernhard (29, M. Gilchers Schwiegersohn, [0140]), Jakob Sickert (22), Friedrich Mohr (26), Jakob Hengen (22), Johann Schmitt (26), Adolph Gilcher (14, M. Gilchers Sohn, [0530]), Heinrich Schmitt (26), Carl Hans (11) und Friedrich Van (11 Jahre) ankam. Im selben Jahr sollen sie dann in der City Hall das Programm für die Weihnachtswoche gespielt haben. 1880 soll Michel Gilcher wieder zurück nach Deutschland gegangen sein.

Nach anderen Informationen sollte er aber von 1880 bis 1889 Leiter einer Bostoner Harmonika-Band gewesen sein und von 1884 bis 1889 in Boston in der 83 Cabot Street gelebt haben. Gardiner berichtet, daß Michael Gilcher 1888 Boston in Richtung Heimat verlassen habe.

Kapelle Michael Gilcher 

Im Personalbogen des Musikantenmuseums Mackenbach sind als Reisen von M. Gilcher "1865 Schweiz, Frankreich" und "1867 Belgien, England" angegeben. Und in den Karteikarten der Auswanderer aus Eßweiler vom Institut für Pfälzische Geschichte und Volkskunde, Kaiserslautern stehen als Ansiedlungsorte Gilchers Südamerika und Australien, mit der Ergänzung: "kehrte wieder zurück". 
Im Bericht "Markante Vertreter westricher Musikanten" von Albert Zink wird Gilcher als "bester Pistonpläser des Musikantenlandes" betitelt. 

Nach dem Ende seiner Reisen war er von 1890 bis zu seinem Tod Bürgermeister in Eßweiler. Söhne von Michel Gilcher sollen im Bostoner Symphonieorchester gespielt haben.. 

Folgende Geschichte soll sich aus seiner Zeit in Schottland entwickelt haben:

"Als er in den 60er Jahren in den Strassen Edinburghs Lanner'sche und Straß'sche Walzer zum Besten gab, stand ein kleiner 12-jähriger schottischer Knabe aufmerksam horchend neben unseren pfälzischen Musikern. Er tat es noch oft und verlor die Kapelle Gilcher fortan nicht mehr aus den Augen. 
Als er erwachsen und zum Musikprofessor an der Akademie of Edinburgh emporgestiegen war, erinnerte er sich noch der Eindrücke, die die fremden Musikanten auf ihn in seiner Jugend gemacht haben. 
So benützte er 1896 die Gelegenheit in die Heimat Gilchers zu kommen und dem alten Freund die Worte ins Stammbuch zu schreiben: 
´Alles was sonnig und wonnig war in meinem Leben, hängt mit der Kapelle Gilcher zusammen. In ewiger Freundschaft! Dr. George Gardner' " 

George B. Gardiner veröffentlichte 1902 in Blackwood's Edinburgh Magazine einen Artikel über die Kapelle von Michel Gilcher und seinen Besuch in Eßweiler

weitere Bilder

Das Bild 1 oben rechts zeigt Michael Gilcher

Auf Bild 2 (mitte rechts) ist Michael Gilcher vorne links

 0650 GilcherMichel-03
Bild 3: Das Haus von Michael Gilcher in Eßweiler

Quellen

 

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