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BuergerhausNeu-01Da es in Eßweiler für grössere Veranstaltungen keine geeigneten Räumlichkeiten mehr gab, wurden schon Mitte der 1980er Jahre Überlegungen zur Errichtung eines Dorfgemeinschaftshauses durchgeführt. Erste Planungen sahen den Umbau des alten Raiffeisengebäudes vor. Sie erwiesen sich aber als undurchführbar.

Anfang der 1990er Jahre sollte dann ein Neubau  am Ortsausgang in Richtung Jettenbach erstellt werden. Die Pläne waren schon fortgeschritten, als im Sommer 1993 ein landwirtschaftliches Anwesen in der Ortsmitte zum Verkauf anstand. Der Gemeinderat beschloss dann im Januar 1994, den vorgesehenen Standort in der "Allbach" aufzugeben, das Anwesen Simon, bestehend aus Wohnhaus, Hof und Scheune mit Stallungen, zu kaufen und als Dorfgemeinschaftshaus umzubauen. 

Im Frühjahr 1994 war Baubeginn, die offizielle Grundsteinlegung am 2. Juni 1995. Die alten Gebäude wurden entkernt, von der alten Bausubstanz wurde soviel als möglich beibehalten. Im ehemaligen Hof wurde Neubau als Verbindung zwischen dem Wohnhaus, das die Toilettenanlage und mehrere Veranstaltungsräume enthält, und der Scheune, die nun als Veranstaltungsraum dient. Die Bauarbeiten wurden zu einem Großteil in Eigenleistung durchgeführt.

Bilder aus der Umbauphase

Bei der Grundsteinlegung des Bürgerhauses Eßweiler am 2. Juni 1995 wurde ein Dokument mit folgendem Text, verfasst von Dr. Rudi Emrich, mit eingemauert:

 

Die Gemeinde Eßweiler errichtet in der Ortsstraße "Im Eck 3" im ehemaligen landwirtschaftlichen Anwesen der Eheleute Wilhelm und Irene Simon ein Dorfgemeinschaftshaus. 

Nach Beratungen in der Ratsperiode 1989-1994 über den Zweck des Dorfgemeinschaftshauses, seinen Standort, die Planung und die Finanzierung des Vorhabens hatte sich der Gemeinderat Eßweiler unter Bürgermeister Karl Ulrich für diesen Standort entschieden. 
Schon in den Jahren 1986-88 hatte der Gemeinderat unter Bürgermeister Felix Gilcher Überlegungen über den Umbau des ehemaligen Raiffeisengebäudes in der Hauptstrasse angestellt und, als sich dieses Vorhaben als undurchführbar erwies, wurden als mögliche Standorte "In den Gärten", auf dem Platz der ehemaligen Kläranlage, und "Altbach" näher in Betracht gezogen. 

Daß das Vorhaben, ein Dorfgemeinschaftshaus zu bauen, schließlich in die Tat umgesetzt werden konnte, war vor allem dem Umstand zu verdanken, daß durch eine Sonderzahlung des Landkreises Kusel in Höhe von 300.000 DM die Finanzierung des Projektes sichergestellt werden konnte.

Das Architekturbüro Blümling-Kleber-Pfeiffer aus Kaiserslautern wurde zunächst mit der Planung eines Dorfgemeinschaftshauses am Standort in der "Altbach" beauftragt. Das Genehmigungsverfahren wurde eingeleitet und vom Land Rheinland-Pfalz wurde ein Zuschuß in Höhe von 560.000 DM bewilligt.

Als im Spätsommer des Jahres 1993 das ehemalige Anwesen Simon zum Verkauf angeboten wurde, faßte der Gemeinderat Anfang 1994 den Beschluß, den Standort im Gemarkungsteil "Altbach" aufzugeben, das Anwesen Simon zu einem Kaufpreis von 120.000 DM zu erwerben und dort das Dorfgemeinschaftshaus zu errichten. Ausschlaggebend für diese Entscheidung war die Überlegung, daß ein Dorfgemeinschaftshaus seinen Platz in der Ortsmitte haben sollte.

Unmittelbar nach diesem Beschluß wurde die Planung an den neuen Standort angepaßt., so daß im Frühjahr 1994 mit der Entkernung der Scheune, dem Abriß nicht benötigter Gebäudeteile und den ersten Bauarbeiten begonnen werden konnte. Die Planungsarbeiten wurden wiederum vom Architekturbüro Blümling-Kleber-Pfeiffer sowie -im Bereich der Gebäudestatik- vom Ingenieurbüro Schnitzer aus Hinzweiler durchgeführt. Das baurechtliche Genehmigungsverfahren war recht schwierig und fand erst zu Anfang des Jahres 1995 seinen Abschluß.

Das Planungskonzept sieht einen Saal mit Empore, der in der ehemaligen Scheune eingerichtet wird, vor. Im Hof zwischen Scheune und ehemaligem Wohnhaus wird ein in Scheune und Wohnhaus integrierter Gebäudeteil für die Erweiterung des Saales sowie eine Reihe von Nebenräumen gebaut. Insgesamt werden im Dorfgemeinschaftshaus etwa 300 Personen Platz finden; die Gesamtkosten der Baumaßnahme liegen bei ca. 1,3 Mio. DM. Mit der Bauleitung wurde Michael Blümling in Zusammenarbeit mit dem Ratsmitglied Werner Schlemmer beauftragt. Die Errichtung des Gebäudes soll soweit wie möglich in Eigenleistung erfolgen, um die finanzielle Belastung der Gemeinde in Grenzen zu halten. Im zurückliegenden Jahr war die Beteiligung der Bevölkerung an den Arbeiten sehr zufriedenstellend, so daß nun mit der Grundsteinlegung für das Gebäude die weiteren Arbeiten in Angriff genommen werden können.

Im Jahr der Grundsteinlegung ist

  • Roman Herzog Bundespräsident,
  • Helmut Kohl Bundeskanzler,
  • Kurt Beck Ministerpräsident des Landes Rheinland-Pfalz,
  • Rainer Rund Regierungspräsident von Rheinhessen-Pfalz,
  • Winfried Hirschberger Landrat des Landkreises Kusel,
  • Günter Heß Bürgermeister der Verbandsgemeinde Wolfstein und
  • Karl Ulrich Ortsbürgermeister der Gemeinde Eßweiler.

Der Gemeinderat in Eßweiler besteht für die Ratsperiode 1994-1999 aus den Ratsmitgliedern

  • Dr. Rudolf Emrich,
  • Burkhard Kalinke,
  • Hugo Spohn,
  • Friedel Hahn,
  • Karl-Heinz Kohl,
  • Horst Gilcher,
  • Monika Riesinger,
  • Peter Gilcher,
  • Sigurd Rumpf,
  • Erich Schwab,
  • Dr. Harry Keidel und
  • Werner Schlemmer

Dr. Rudolf Emrich ist Erster und Burkhard Kalinke ist Zweiter Beigeordneter.

Eßweiler besitzt zusammen mit den Gemeinden Hinzweiler, Jettenbach, Oberweiler im Tal und Rothselberg eine Grundschule, deren Leiterin Frau Rothaar ist. Schüler der höheren Klassen besuchen die Hauptschule in Wolfstein deren Leiter Herr Walter Ott ist. Die evangelischen Bürger Eßweilers gehören zur Pfarrei Rothselberg, deren Pfarrer Walter Becker ist; die katholischen Bürger werden von der Pfarrei Wolfstein betreut.

Wesentliche Kulturträger des öffentlichen Lebens sind

  • der Turn- und Sportverein,
  • der Gesangverein 1888,
  • der Musikverein Talbachmusikanten,
  • der Landfrauenverein,
  • der Feuerwehrverein und
  • der Heimat- und Verkehrsverein.

Daneben gibt es in Eßweiler auch einen Krankenpflegeverein und einen Ortsverein der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands (SPD).

Die evangelischen Bürger Eßweilers gehören zur Pfarrei Rothselberg, deren Pfarrer Walter Becker ist; die katholischen Bürger werden von der Pfarrei Wolfstein betreut.

Das Dorfgemeinschaftshaus in Eßweiler soll allen Bürgern der Gemeinde offen stehen und den örtlichen Vereinen für ihre der Dorfgemeinschaft verpflichteten Aktivitäten eine Wirkungsstätte bieten. Möge das Haus seinen Zweck zum Wohle der Bürger von Eßweiler erfüllen.

Eßweiler, den 2. Juni 1995

 

 

 

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