Im Jahre 1827 wanderten mehrere Familien aus der Pfalz und aus dem Hunsrück
"heimlich" nach Brasilien aus. Aus Eßweiler waren dies
- Johannes Heinrich Gilcher, Schuster, Knecht
- Georg Jakob Kuntz (Ackerer), seine Frau Elisabeth, geborene Schreck und
ihre 3 Kinder
- Daniel Samsel (Schneider) und seine Frau Charlotte, geborene Kilian, die
jedoch auf dem Schiff "Helena Maria" gestorben ist
- die ledige Philippina Schreck
- Jakob Walter (Schmied, Ackerer) , seine Frau Maria, geborene Schuck und 6
Kinder
Brasilien war früher so weit entfernt, dass man kaum noch etwas von den Auswanderern gehört hat. Mit dem Internet hat sich das geändert und die Verbindung wurde im Jahr 2004 wieder hergestellt, zunächst zwischen Carlos Guilger (Aussprache: „Gilcher“!) und dem Gilcher-Nachfahren
Friedrich Hüttenberger, später mit einigen weiteren der zahlreichen Nachfahren des
Eßweilerers Johannes Gilcher (Joao Guilger)
Dieser Carlos Guilger (37, Ingenieur) war auch der erste dieser Nachfahren, der 180 Jahre nach der Auswanderung im Oktober 2007 als erster wieder zurück nach
Eßweiler kam, um sich anzuschauen, wie das Herkunftsdorf seines Urahns heute aussieht, um zu sehen, von wo und aus welchem Haus er ausgewandert war, und um heutige Gilcher-Verwandte zu treffen, so z.B. Egon Gilcher, der den Gast durch das Dorf führte, und bei sich zu Hause begrüßte.
Am 15.Mai 2008 folgte der nächste Besuch eines Nachkommen von Johannes Gilcher, Ulisses Guirgel (67), pensionierter Direktor eines Gefängnisses. Sein Name wurde von einem Notariatsschreiber einst falsch in ein offizielles Dokument eingetragen und seither ist bei ihm das „r“ und das „l“ vertauscht, bei seinen Geschwistern nicht. Mit ihm gekommen war seine Schwester Laura Guilger (61) und ihr Mann Nelson Favretto, sowie ihr Sohn, der in München Brauereiwesen studiert. Auch sie wurden von Egon Gilcher empfangen zum Austausch über die Familiengeschichte und waren bei Ortsbürgermeister Peter Gilcher zu Gast. Sowohl für Carlos als auch für Ulisses Guirgel und Familie war die Begegnung mit den entfernten Verwandten im Dorf ihrer Wurzeln ein unvergessliches Erlebnis, für das sich die vielen Tausend Kilometer Anreise gelohnt hatten.
von Friedrich Hüttenberger
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