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1380 KilianHubertus-01[1380]

Biografie

  • geboren am 9. März 1827 in Jettenbach
  • gestorben am 14. Oktober 1899 in Eßweiler
  • Eltern: Daniel Kilian, Küfer, und Margarete Wenz
  • sein Bruder Daniel war auch Musikant
  • ab 1852 diente er in einem Infanteriebataillon in Kaiserslautern
  • Kilian war verheiratet mit Phillipine Diehl, geboren am 5. April 1838 in Eßweiler (siehe Bild rechts). Sie hatten sieben Kinder:
    • August Kilian, *3. September 1859 Melbourne/Australien, gestorben am 21. Februar 1934 Offenburg/Baden
    • Marie Kilian, *10. August 1861 Melbourne/Australien, gestorben am 13. April 1894, Eßweiler
    • Eduard Kilian, *7. Mai 1866 Eßweiler, blieb 1887 in Australien und war am Melbourner Theater tätig, Sterbedatum unbekannt
    • Rudolf Kilian, *26. September 1867, Eßweiler, gestorben in Brooklyn/USA
    • Eugen Kilian, *27. Juli 1872, Eßweiler, gestorben am 1. Juni 1920 in Elmhurst, New York
    • Hermine Kilian, *19. Oktober 1874, Eßweiler, gestorben am 26. April 1937, Eßweiler
    • Adolph Kilian, *29. Juli 1877, Eßweiler, gestorben am 23. Juli 1959, Hempstead USA
  • Ernannt zum "Kaiserlich Chinesischen Militärkapellmeister"
  • sprach französisch, englisch, spanisch und italienisch
  • Siehe auch Artikel über Hubertus Kilian bei Wikipedia

Instrument: Flöte und Posaune

Reisen

  • 1836 1. Reise nach Frankreich
  • 1839 und 1845/46 Reisen nach Spanien zusammen mit Michael Gilcher [0650] und Jakob (oder Philipp ?) Konrad [1610] 
  • 1846 bis1852 Reisen nach England
  • 1858 bis 1865 Reise mit Frau und 8-Mann Kapelle nach Australien (bis 1863) und China
    • 1863 ging er mit General Gordon nach China, dort wurde er zum "Kaiserlich Chinesischen Militärkapellmeister" ernannt. Rückreise 1865
  • 1870/71 Reise durch die USA
  • 1875 Reise nach Russland
  • 1880-1887 Reise mit 2 von seinen Söhnen nach Australien
    • 1884 kam Kilians Sohn Eugen nach Australien nach.
    • 1887 löste sich Kilians Kapelle in Australien auf, Kilian kehrte heim nach Eßweiler

weitere Informationen

Hubertus Kilian aus Eßweiler, geboren am 9. März 1827 in Jettenbach als Sohn des Küfers Daniel Kilian und seiner Frau Margarete Wenz, war einer der bekanntesten Wandermusikanten. Er gilt als ein Pionier des Westpfälzer Wandermusikantentums, da er als einer der ersten Wandermusikanten auch fremde Kontinente bereiste. Er spielte Flöte und Posaune.

Hubertus Kilian ging 1836 mit 9 Jahren das erste Mal mit einer unbekannten Kapelle auf Musikfahrt nach Frankreich. 1839 und 1845/46 folgten zusammen mit Michael Gilcher [0650] und Jakob (oder Philipp (?)) Konrad  [1610] Reisen nach Spanien. 1845 waren sie in Bilbao, wo Gilcher und Kilian Jakob Konrad in der Neujahrsnacht verloren, oder, nach anderen Angaben, im Stich ließen. Erst nach ca. 40 Jahren, als alten Mann, sollen sie ihn in Eßweiler wiedergetroffen haben, wo Jakob Konrad dann auch verstarb (siehe "Anekdoten und Geschichten"). Kilian soll aus Spanien wohlhabend zurückgekehrt sein.

Danach zog es Kilian nach England.Von 1846 bis 1852 bereiste er unter anderem Edinburgh und Liverpool. 1852 diente er beim Infanteriebataillon in Kaiserslautern, wo er seine eigentliche musikalische Ausbildung erfahren haben soll.

Erste Reise nach Australien

Hubertus Kilian, der auch "Bertes" genannt wurde, nahm seine Ehefrau Phillipine 1858 mit nach Australien. Nach einer 86-tägigen Seereise auf einem Segelschiff von Liverpool aus über das Kap der guten Hoffnung kam Kilian am 3. August 1858 mit seiner 8-Mann-Kapelle und seiner Frau in Melbourne, Australien an. In Australien waren Kilian und seine Kapelle angesehen und verdienten sich viel Geld, was sie aber durch einen Bankencrash wieder verloren. Bei Kilian sollen es 8000 Mark gewesen sein - um 1900 konnte man für 3000-5000 Mark ein Haus bauen lassen!.

Hubertus Kilian traf Ende 1863 den englischen General Gordon (auch bekannt als Gordon Pascha, siehe Wikipedia), der mit einem Hilfskorps nach China unterwegs war, und ihn samt Kapelle mit nach Shanghai nahm. 

Um seiner Frau das Soldatenleben zu ersparen, schickte er sie mit den beiden Kindern August (geboren am 3. September.1859 in Melbourne) und Marie (geboren am 10. August 1861 in Melbourne) mit dem Schiff "Great Eastern" nach Hause,. Das Schiff kollidierte südlich von Kap Horn mit einem Eisberg. Kilians Frau und die Kinder konnten gerettet werden. Am Jahrestag des Schiffsunglücks fastete Phillipine Kilian jedes Jahr, bis zu ihren Tod. (siehe "Anekdoten und Geschichten")

Kaiserlich Chinesischer Militärkapellmeister

In Shanghai lernte Kilian den Chinesischen Oberbefehlshaber Li Hung Tschang (oder Li Hongzhang, siehe Wikipedia) kennen und wurde zum "Kaiserlich Chinesischen Militärkapellmeister" ernannt.

Er gab mit seiner Partie Konzerte in Shanghai, im Hotel Europa und spielte bei festlichen Anlässen. Allein zwischen Oktober 1863 und September 1864 hatte die Kappelle Einnahmen von 12453,75 Dollar und nur 1258,75 Dollar Ausgaben. Nachfolgend ein Auszug aus Kilians Tagebuchaufzeichnungen, in denen er auch über Einnahmen und Ausgaben sorgfältig Buch führte:

Einnahmen, Oktober 1863:  
Erstes Konzert 78.- Dollars
German Hall 10.- Dollars
Konzert mit Simons 26.- Dollars
Hotel d´Europe 40.- Dollars
Konzert Clarendon 32.- Dollars
Konzert Clarendon 123.- Dollars
Konzert Clarendon 76.- Dollars
Hotel d´Europe 40.- Dollars
Konzert Clarendon 67.- Dollars
Do unt. Mitwirkung v. Frl. Banln 153.75 Dollars
Dinner (Schlacht bei Leipzig) 77.- Dollars
Konzert unt. Mitwirkung v. Frl. Banln 41.75 Dollars
Do. do. 52.75 Dollars
Do. do. 28.- Dollars
Serenade (Loreio) 50.- Dollars
Konzert unt. Mitwirk. v. Frl. Banln 30.- Dollars
Hotel d´Europe 40.- Dollars
Rislens Zirkus 100.- Dollars
Einnahmen aus verk. Eintrittskarten 63.- Dollars
Summa: 1128.25 Dollars.

 

Ausgaben Oktober 1863:  
Drucksachen, Miete, Brückengeld, 
für Billeteinnehmer und Kulis zus.
179.50 Dollars

 

Einnahmen, November 1863:  
Konzert unt. Mitwirk. v. Frl. Banln 43.- Dollars 
Do. do. 25.- Dollars 
Do. do. 61.- Dollars 
Do. do. 26.- Dollars 
Do. do. 45.50 Dollars 
Schanghai Races (Rennen) 150.- Dollars 
Konzert unt. Mitwirk. v. Frl. Banln 3.50 Dollars 
Zirkus (Benefizvorstellung) 30.- Dollars 
Gesang 5.- Dollars 
Ball 100.- Dollars 
Benefizkonzert 30.- Dollars 
Rieslen=Zirkus 90.- Dollars 
Benefizvorstellung (Frl. Banln) 78.- Dollars 
Benefizkonzert 187.25 Dollars 
Antrobus 50.- Dollars 
Ball 38.50 Dollars 
Summa: 962.75 Dollars

 

Ausgaben, November 1863:  
Miete 25.- Dollars
Krawatten 5.80 Dollars
Podium 15.- Dollars
Brückengeld 1.25 Dollars
Wasseranschluss 6.50 Dollars
Kulis 3.- Dollars
Billeteinnehmer 4.- Dollars
Billeteinnehmer 10.- Dollars
Anstreicherarbeiten für das Podium 4.25 Dollars
Brückengeld 1.25 Dollars
Wasserträger 3.- Dollars
Ausgaben für Sänger 135.- Dollars
Summa: 213.75 Dollars

 

Monat Jahr Einnahmen:
Dollars
Ausgaben:
Dollars
Dezember 1863 881.- 74.-
Januar 1864 1011.- 53.75
Februar 1864 786.50 37.-
März 1864 1213.75 122.75
April 1864 1096.- 76.25
Mai 1864 444.75 139.-
Juni 1864 1801.50 86.50
Juli 1864 1248.50 127.25
August 1864 863.50 70.50
September 1864 1016.25 78.50
Oktober 1864 1350.- 139.75
November 1864 ? 66.-
Dezember 1864 925.50 ?

 

Am 6. Mai 1865, nach 7 Jahren, trat Kilian die Heimreise an. Er fuhr mit dem Schiff "Aden" von Shanghai aus über Hongkong, Singapur, Benang, Ceylon, durchs Rote Meer nach Suez, dann mit der Bahn nach Kairo und Alexandria, und wieder weiter mit dem Schiff "Ceylon" über Malta, Sizilien, Sardinien und Korsika nach Marseille, wo er am 04. Juli ankam. Die Reise dauerte 2 Monate und wahrscheinlich machte Kilian mit seiner Kapelle auf den Schiffen und in den Städten auch immer noch Musik, um sich die Kosten für die Reise zu erspielen. Von Marseille ging Kilian wieder in sein Heimatdorf Eßweiler, wo er sich außer einer kurzen Reise nach Spanien und Frankreich erst einmal ausruhte. 

1870/71 ging er nach Amerika, er bereiste unter anderem Boston, New York, Chicago, St. Louis, New Orleans und Houston.
1875 zog es Kilian dann nach Russland in die Städte St. Petersburg, Hapsal, Wilna und Warschau. Die Heimreise ging über Berlin, wo er das Opernhaus, Museen, Theater, das Reichtagsgebäude und die Universität besuchte. Bis 1880 blieb er dann Zuhause in Eßweiler.

Zweite Reise nach Australien

Am 12. Juni 1880 ging Kilian mit seinen Söhnen Eduard und Rudolph auf dem Schiff "Potosi" nach Australien. Sie erreichten Adelaide am 19. Juli. Von dort aus zogen sie nach Melbourne um die Eröffnung der Weltausstellung mitzuerleben. Er gab Konzerte im Rahmen der Weltausstellung und brachte dem Violinvirtuosen August Wilhelmj (siehe Wikipedia) ein Ständchen. 1884 kam Kilians Sohn Eugen nach Australien nach, er wurde dort konfirmiert.

1887 löste sich Kilians Kapelle in Australien auf, weil einige Mitglieder vom Goldrausch ergriffen waren und in Australien ihr Glück versuchen wollten. Auch sein Sohn Eduard blieb in Australien und arbeitete am Theater in Melbourne. Hubertus Kilian ging nach Eßweiler zurück, wo er dann bis zu seinem Tod im Jahr 1899 zusammen mit seiner Frau eine Gastwirtschaft führte. Dieses Gasthaus gibt es heute noch in Eßweiler.

Kilian soll auch vor dem Sultan in Konstantinopel und vor dem Khediven in Ägypten gespielt haben. Er sprach französisch, englisch, spanisch und italienisch.

Kilian verstarb am 14. Oktober 1899 in Eßweiler. Kilians Enkelin Erna Appel (Tochter von Hermine Kilian) lebte später in Eßweiler im Haus von Jakob Meisenheimer, den sie im Alter verpflegt hatte.

weitere Bilder

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Quellen

  • "Wandermusikanten in Eßweiler" von Heike Spohn
  • "Bertes Kilian, Pionier des Westricher Musikantentums" von Dr. Hermann Moos. Artikel veröffentlicht im März 1940 in den "Westricher Heimatblättern"

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